Zwischenbericht aus der AG Lebensphasen
Die AG Lebensphasen setzt sich dafür ein, dass freiwilliges Engagement in jeder Lebensphase möglich bleibt. Denn nicht mangelnde Bereitschaft ist das zentrale Problem, sondern fehlende Zeit, ungleiche Zugänge und Strukturen, die mit unterschiedlichen Lebensrealitäten nicht Schritt halten. Aktuell konzentriert sich die AG auf zwei Schwerpunkte:
Engagementförderung in der Schule verankern
Schule erreicht alle jungen Menschen – unabhängig von Elternhaus, sozialer Lage oder bisherigen Zugängen zum Engagement. Deshalb soll freiwilliges Engagement als Bestandteil von Demokratiebildung, Persönlichkeitsentwicklung und Schulentwicklung strukturell verankert werden.
Nach Gesprächen mit dem Schulministerium, den Bezirksregierungen und Regionalen Bildungsbüros sowie einem Fachforum bei QUA-LiS NRW hat die AG einen Qualitätsrahmen für „Engagierte Schulen“ entwickelt. Er beschreibt vier zentrale Dimensionen: Haltung, Strukturen, Praxis und Wirkung. Darauf aufbauend liegt inzwischen ein konkreter Projektplan für einen NRW-Schulpreis „Engagierte Schule“ vor.
Am 8. Oktober 2026 konnte die AG das Thema erfolgreich im Hauptausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen platzieren. Die zentrale Botschaft: Schulen, Zivilgesellschaft und Regionale Bildungsbüros sind bereit. Jetzt braucht es ein klares Signal des Landes, verlässliche Zuständigkeiten und geeignete Rahmenbedingungen, damit Engagementförderung nicht vom Einsatz Einzelner abhängt, sondern allen Schüler offensteht.
Engagementfreundliche Arbeitswelten in der „Rush-Hour des Lebens“
Berufstätige Menschen tragen in der mittleren Lebensphase häufig gleichzeitig Verantwortung im Beruf, für Kinder, Familie oder pflegebedürftige Angehörige. Viele von ihnen wollen sich weiterhin freiwillig engagieren – doch Arbeitsbedingungen und Zeitstrukturen lassen dies immer weniger zu.
Die AG setzt sich deshalb für engagementfreundliche Arbeitswelten ein. Dazu gehören flexible Engagementzeiten, Freistellungsmöglichkeiten, Corporate Volunteering, die Anerkennung freiwilligen Engagements als Kompetenzgewinn sowie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Zivilgesellschaft. Dabei müssen alle Formen des bürgerschaftlichen Engagements gleichwertig berücksichtigt werden.
Unser Ziel ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess von Landesregierung, Unternehmen, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Engagementfreundliche Arbeitsbedingungen sollen zu einem sichtbaren Bestandteil moderner Unternehmens- und Personalpolitik in Nordrhein-Westfalen werden.
Unser Grundsatz lautet: Nicht die Menschen müssen engagementfreundlicher werden – unsere Institutionen müssen engagementfreundlicher werden.